praktisch der Außenminister des palästinensischen Führungsgremiums, und zeigte ihm die Meldung, die Reuters gerade um die ganze Welt funkte. Sie besagte, daß ein hoher PLO-Funktionär zusammen mit einem führenden Zionisten eine Erklärung unterschrieben habe, die den zionistischen Staat Israel im Namen der PLO anerkannte.

Kaddumi schlug zurück, rasch und effektiv. Innerhalb von Minuten verbreitete die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA ein Dementi des Inhalts, daß "die Behauptung, ein PLO-Vertreter habe mit Peled eine Erklärung zum Palästinenserproblem unterzeichnet, absolut unzutreffend ist und jeder Grundlage entbehrt." Ähnliche Dementis schossen überall in der Welt aus dem Boden, herausgegeben von den PLO-Büros, die sämtlich Kaddumis politischer Abteilung unterstanden. Das PLO-Büro in Paris erklärte, die PLO habe keine Erklärung mit einer israelischen Gruppe unterzeichnet, und nie werde die PLO Frieden mit dem Zionismus machen.

Azz-al-Din Kalak, der für dieses Dementi verantwortliche Mann, wurde später von palästinensischen Extremisten ermordet, die ihm vorwarfen, zu gemäßigt zu sein. Der PLO-Vertreter in Karthoum ging noch weiter und sagte, die Palästinenser würden ihren bewaffneten Kampf fortsetzen und Israel auslöschen. Diese Erklärung erschien zusammen mit der Kaddumis in der Weltpresse.

Das Dementi war ein Kunstwerk. Jedes Wort stimmte. Kein PLO-Vertreter hatte irgendeine Erklärung unterschrieben, weil die Erklärung nicht unterschrieben war. Die Erklärung billigte nicht die zionistische Ideologie des Israelischen Rates, sondern sagte nur, daß die Grundsätze des Manifests des Rates eine adäquate Basis für die Lösung des Konflikts seien.

Aber solche Feinheiten wurden natürlich übersehen. Was laut und klar vernehmlich wurde, war, daß die PLO höchst offiziell das bloße Vorhandensein der Kontakte und der gemeinsamen Stellungnahme bestritten hatte. Nach der Aufregung, die unsere Erklärung hervorgerufen hatte, war das mehr als ein bloßer diplomatischer Kunstgriff. Es war ein Schlag ins Gesicht, eine totale Desavouierung, die uns im besten Falle als lächerliche Narren, im schlimmsten als Lügner hinstellte.

In den Tagen, die dann folgten, tummelten sich all die Gegner des israelischpalästinensischen Friedens. Wer immer einen Stift halten konnte, schrieb Artikel, die Hohn und Spott über unsere Bemühungen häuften oder uns als Verräter beschimpften, die dem feindlichen Propagandaapparat zu Diensten seien. Itzhak Rabin brandmarkte in einer Pressekonferenz unsere Tätigkeit, und die Arbeiterpartei bestätigte noch einmal ihr politisches Programm, das alle Verhandlungen mit der PLO ausschloß. In der allgemeinen Orgie nahm niemand eine Pressemeldung zur Kenntnis, die mit sieben Zeilen in der Haaretz besagte, daß der Fatah-Sprecher Abu Maazen erklärt habe, die Fatah habe im Prinzip nichts gegen Kontakte zwischen Palästinensern und Israelis.

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