Können dienen will. Aber für mich gibt es keinerlei Zweifel daran, daß die Worte und Taten von Herrn Kaddumi und seinen Freunden entscheidend dazu beigetragen haben, daß Herr Begin in Israel zur Macht aufgestiegen ist.

Die Begin-Regierung ist mit sehr kleiner Mehrheit an die Macht gekommen. Dieser Koalition hätten die entscheidenden zwei oder drei Knessetmandate verweigert werden können, hätte die PLO nicht die Fehler gemacht, die sie während des Wahlkampfes begangen hat. Ich meine nicht nur die Dementis der PLO und ihre doppelzüngigen Erklärungen, sondern auch die Anweisung an die israelischen Araber, die Rakakh zu wählen - eine Anweisung, die zu einem weiteren Beweis dafür wurde, daß die PLO niemals den zionistischen Staat Israel anerkennen würde. Der Rakakh selbst war damit nicht zu helfen.

Sie und Ihre Freunde müssen entscheiden, wie auf den Wandel zu reagieren ist, der sich in Israel vollzogen hat.

Ich weiß, das ist eine schwere Entscheidung. Diese Woche wurde gemeldet, Abdallah Frangi, der Palästinenservertreter in der Bundesrepublik, habe erklärt, die PLO werde alle Kontakte zu israelischen Kräften abbrechen angefangen bei den Kontakten der israelischen Linken zur PLO bis hin zu Gesprächen mit den Vertretern des Israelischen Rates.

Ich halte das für eine erste spontane Reaktion auf den Sieg der Annektionistenund Siedlerbewegung in Israel. Eine verständliche Reaktion - aber eine sehr gefährliche. Diese Entscheidung dreht auch in Ihrem eigenen Lager die Uhr zurück.

Ich bitte Sie, diese Entscheidung zu überdenken - wenn eine solche Entscheidung wirklich gefällt worden ist - und jetzt das Gegenteil zu beschließen.

Ich weiß, daß es im palästinensischen Volk und in den arabischen Ländern ebenso wie in Israel Kräfte gibt, die Frieden nicht wollen.

Ich weiß, daß diese Kräfte entschlossen sind, jede Möglichkeit zum Frieden zu sabotieren. Die israelische und die arabische Verweigerungsfront haben einander nun schon seit langer Zeit genährt und geholfen.

Ich weiß auch, daß die Fähigkeit eines Politikers, Druck standzuhalten, begrenzt ist. Mir ist klar, daß in eben diesem Augenblick von palästinensischen und arabischen Gegnern fortgesetzter Friedensinitiativen gewaltiger Druck auf Sie ausgeübt wird.

Aber ich muß sagen, daß es eine historische Pflicht gibt, diesem Druck zu widerstehen und Geduld zu haben; vieles hängt in der Schwebe.

Das ist besonders jetzt so, nachdem die Kräfte Groß-Israels die Macht in Israel übernommen haben. Gerade jetzt wird ein intelligenter und pragmatischer Ansatz der palästinensischen Führung gebraucht, ein positiver Ansatz, der den Frieden fördert und auch die Kräfte stärkt, die zum Frieden streben.

Die israelische öffentliche Meinung hat nicht ihr letztes Wort gesagt.

Der innere Kampf Israels ist noch nicht endgültig entschieden. Der Prozeß, der am 17. Mai 1977 begonnen hat, kann verändert werden. Der Trend ist umkehrbar.

Um das zu erreichen, muß man der israelischen Öffentlichkeit eine glaubwürdige und realistische Alternative zeigen, die zum Frieden führt und Israels Existenz und Sicherheit zu gewährleisten verspricht, zusammen mit nationaler Unabhängigkeit und Gerechtigkeit für das palästinensische Volk.

Viele in Israel waren erstaunt, als die Entscheidung in diesem Lande fiel. Viele

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