Das war genau das, was die israelische Regierung zu verhindern strebte. Eine Verständigung zwischen Hussein, Arafat und den Amerikanern konnte nur in einen Prozeß münden, der Israel am Ende zwang, die West Bank und Gaza für den Frieden zu opfern. Das war für den Likud die Verdammnis und auch für die Arbeiterpartei unannehmbar, wie Itzhak Rabin mir vor neun Jahren einmal erklärt hatte. Da erstickte man den Prozeß besser gleich im Keime. Jetzt sprach ich mit Schimon Peres in eben dem Raum, in dem Rabin mir das damals sagte. Peres war viel umsichtiger bei seinen Äußerungen, er beschuldigte Hussein und Arafat, nicht entgegenkommend genug zu sein. Er erwartete von ihnen, daß sie ihre sämtlichen Karten auf den Tisch legten, noch bevor das Spiel angefangen hatte.

Ich versuchte, ihm die Verzwicktheit der palästinensischen Situation zu erklären, und äußerte meine Befürchtung, wenn Israel oder die Amerikaner sich nicht einen Millimeter bewegten nach all den Fortschritten, die die PLO gemacht hatte, werde früher oder später die gemäßigte Führung gestürzt und durch Leute vom Schlage Khomeinis ersetzt. "Und dann", fügte ich hinzu, "dann gnade uns Gott."

Peres blieb ungerührt. In den folgenden Tagen drohte er König Hussein weiter und sagte, daß Israel die Terroristen schlagen werde, "wo immer sie zu finden sind" - auch in Amman.

Das war eine unheilverkündende Äußerung. Ziemlich die gleichen Worte waren vor dem israelischen Angriff auf Ägypten im Jahre 1956 und vor dem israelischen Angriff auf den Libanon im Jahre 1982 gefallen.

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