in einem Krieg intervenieren würde, um der jeweils anderen Seite zu helfen. Eine Entscheidung auf dem Schlachtfeld mußte daher immer innerhalb weniger Tage herbeigeführt werden, ehe die UNO einen Waffenstillstand befehlen konnte. (Das erklärt auch die taktischen Meinungsverschiedenheiten zwischen amerikanischen und israelischen Offizieren während des Golfkriegs, die sich nicht einigen konnten, was die beste Methode sei, die Scud-Raketen im Irak unschädlich zu machen. Beide Seiten sind an ganz unterschiedliche Zeitbegriffe gewöhnt.)

In der Golfkrise war die Sowjetunion einfach nicht anwesend. Sie ist keine Großmacht mehr, im Nahen Osten kaum noch eine Kleinmacht, ihr Einfluß ist etwa so groß wie der Italiens oder Spaniens. Sie hat sich verhalten wie ein Mitläufer der Amerikaner - auf finanzielle Hilfe für sich selbst hoffend, beinahe bettelnd. Für Russen, die sich noch gestern als eine Art Herren in diesem Raum bewegt haben, muß diese Erfahrung sicher äußerst demütigend gewesen sein. Ehemalige sowjetische Klienten haben schnell gemerkt, woher der Wind nun weht. Der agile Assad beispielsweise war der erste, der die Krise ausnutzte, um mit einem artistischen Zirkussprung vom russischen auf das amerikanische Pferd zu wechseln.

Aber die Beendigung des Kalten Krieges war für den Zeitpunkt der Golfkrise noch weit wichtiger. Sie stellte einen historischen Wendepunkt dar.

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Der Zweite Weltkrieg war kaum zu Ende, als der "Kalte Krieg" auch bereits ausbrach, dessen Anfänge schon mitten im Weltkrieg zu suchen sind. Winston Churchill jedenfalls hat den Amerikanern schon damals vorgeschlagen, den Krieg derart zu führen, daß die westlichen Truppen der Roten Armee im Balkan zuvorkämen.

Der "Kalte" Krieg hieß so, weil keine offenen Feindseligkeiten zwischen den beiden Großmächten stattfanden. Atomwaffen und das "Gleichgewicht des Terrors" wußten dies zu ver¬

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