sie ist beinahe ein Spitzname von mir geworden. Man kann aber auch einen Weg der Eliminierung gehen, wenn sich alle anderen Lösungen einfach als Scheinlösungen erweisen. Rabin ist auf diesem Weg zu seiner Erkenntnis gekommen. Er hat alles andere versucht. Die Lösung mit König Hussein, an die alle israelischen Politiker Generationen lang geglaubt haben, gab es offensichtlich nicht mehr; der König wollte mit Palästina nichts mehr zu tun haben. Er hatte aus eigenem Interesse das Kapitel Palästina abgeschlossen, weil er einsah, daß es für Jordanien eine Dummheit war, das Westjordanland seinerzeit überhaupt zu annektieren. Damals versuchte man, alle möglichen Arten von Quisling-Organisationen aufzustellen, zum Beispiel die sogenannten Dorfligen. Das war solch ein Mißerfolg, daß es direkt lächerlich war. Man hatte es mit militärischer Unterdrückung und allem möglichen probiert; am Ende blieb nichts anderes übrig als eine palästinensische Lösung. Das hat Rabin eingesehen. Wie kam er jedoch dazu? Weil ihm die Sicherheitsdienste gesagt haben: entweder oder, entweder Arafat oder islamische Fundamentalisten; wenn die Israelis nicht mit Arafat paktieren, dann wird es unabwendbar zu einem Umschwung im palästinensischen Volk kommen; wenn die Intifada weitergeht, werden die Fundamentalisten die Führung übernehmen, weil sie extremer, radikaler und manchmal auch populärer waren als die viel gemäßigtere Al-Fatah. Auf diese Weise kam Rabin endlich zu Arafat, wodurch ein schöner Ausspruch des ehemaligen Außenministers Abba Eban bestätigt wurde, der einmal gesagt hat: "Menschen und Nationen tun immer das Richtige, nachdem alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind." Es

26