schreiben und kaum noch lesen kann. Und das ist das Ende der Geschichte.

Rudolf Augstein

Aus diesem Gespräch soll ja ein Buch werden. Es fängt mit einem Vorwort von Rudolf Augstein an, also können wir es eigentlich auch mit ihm beenden. Wie kam denn nach dem Zweiten Weltkrieg der Kontakt zwischen dir und Rudolf Augstein wieder zustande?

Das war alles sehr merkwürdig, denn ich hatte ja meinen Namen geändert und meinen alten nicht gut in Erinnerung. Nachdem wir Deutschland verlassen hatten, verdrängte ich in jenen sechs Jahren meine deutsche Vergangenheit total und erinnerte mich an überhaupt nichts mehr außer an die Namen des Gymnasiums und des Ordinarius.

Ich kannte den Spiegel schon, denn Haolam Hazeh war in gewisser Weise eine Imitation von Time Magazine und Spiegel-, das war damals der modernste Stil. Ich wußte, es gab ein Magazin, das so eine Art deutscher Abklatsch von Time war. Eines Tages, Mitte der 50er Jahre, besuchte mich ein Korrespondent vom Spiegel, Herr Germani, das heißt auf hebräisch einfach "deutsch". Wir unterhielten uns. Am Ende erzählte ich ihm, daß ich aus Hannover komme; da sagte er: "Mein Chef auch." - "Wie heißt er?" - "Rudolf Augstein." - Und dann kam ich über die Religion und das Alter darauf, wer es war.

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