Wir gehen durch die Acker, laufen hin und her, verlaufen uns und geraten fast zu dem kleinen Flugplatz, der noch in ägyptischer Hand ist. Leichen finden wir keine.

"Hurensöhne!", flucht Kebab. "Diese dreckigen Ägypter haben ihre Leichen mitgenommen."

"Und ich hätte so gern einem Offizier die Pistole abgenommen", beschwert sich Zuzik.

Auf dem Weg zurück sehen wir einen verdächtigen weißen

Punkt. Ein Fellache. Bevor er aufstehen kann, springt Zuzik auf ihn zu, schlägt ihm die Faust ins Gesicht, zieht ihm ein Portemonnaie aus der Tasche und reißt ihm die Kafijah vom Kopf.

Der Bauer zittert vor Angst und überschüttet uns mit Worten. Seine Nase blutet. Zuzik hat ihn losgelassen, um die Beute zu untersuchen.

"Er sagt", übersetzt Jamus, "er sei ein Fellache aus Manzuva. Gestern ist er davongelaufen und heute zurückgekehrt, um einiges aus dem Haus zu holen."

"Ein ägyptischer Spion", sagt Kebab. "Man sollte ihn erledigen."

"Wir übergeben ihn der Abwehr. Die werden das erledigen",

bestimmt der Kompaniechef.

In Manzuva übergeben wir den Mann im Büro. Unser Befehl

lautet, über Nacht als Reserve zu bleiben. Wir schlafen in einem großen Heuhaufen, neben den Jeeps. Das Letzte, woran ich mich erinnere, sind die Flöhe im Heuhaufen, und dass sie beißen.

Am nächsten Tag sitzen wir alle im Kulturraum der Kompanie, im Camp. Wir waren erst gegen acht Uhr abends zurückgekommen, hatten die dreckigen Klamotten in eine Ecke geworfen und waren nackt zu den Duschen gerannt. Dann haben wir saubere

Klamotten angezogen. Jetzt sitzen wir eng zusammengedrängt in dem viel zu kleinen Raum. Der Chef will zu uns sprechen.

"Was kann er uns zu so später Stunde erzählen, es ist schon nach zehn?", wundert sich Zuzik.

"Sicher die wichtige Nachricht, dass wir morgen zwei Wochen Urlaub bekommen", fantasiert Nachtsche.

"Vielleicht sogar drei Wochen? Schließlich ist Waffenruhe. Das steht uns zu!"

"Es gibt ein Gerücht, dass wir alle zwei Wochen Urlaub und danach eine Woche Erholungsheim bekommen."

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