"gib uns doch bitte Feuer." Er schluckt seinen aufkommenden Fluch herunter, schiebt das Mädchen auf meinen Schoß und sucht in seinen Taschen.

Wir erreichen die Kreuzung von Beith Dagon. Nechemja, der

uns wohl die Gesellschaft neidet, ist wie der Teufel gefahren.

"Vielleicht bringt ihr mich bis nach Ssarafand?", fragt das Mädchen. Jamus schaut mich an. Gern würden wir noch eine Viertelstunde in dieser Lage verbringen. Aber die Männer stehen auf dem offenen Wagen, wo sie in ihren nassen Kleidern schlottern.

"Leider, leider können wir das nicht tun", bedauert Jamus. "Wir haben eine wichtige Patrouille vor uns. Aber wir können dich bis Rishon mitnehmen."

"Nein, danke!" Das Mädchen ist sauer. Offensichtlich ist sie es gewohnt, dass Soldaten ihre Wünsche erfüllen. Vielleicht glaubt sie auch, es stehe ihr zu, nachdem sie auf unserem Schoß gesessen hat. Jamus, der Gentleman, hilft ihr beim Aussteigen.

Wir fahren weiter.

Auf halbem Weg nach Rishon stottert der Motor und das Auto

bleibt stehen. Nechemja steigt aus, flucht, öffnet die Motorhaube, prüft einiges und schüttelt den Kopf. Der Wagen ist kaputt. So ist das mit Militärfahrzeugen. Die Fahrer haben kein Verhältnis zu ihnen und durch die saloppe Fahrweise sind sie schnell hin.

Die Marokkaner sitzen da oben wie eingefrorene Heringe. Jank behauptet, etwas von LKWs zu verstehen und beginnt, am Motor herumzuwerkeln. Es ist schweinekalt. Die Leute haben keine Winterkleidung. Die wenigen Ausrüstungsstücke, die man uns schickt, werden unterwegs immer weniger. Erst bedienen sich die Mitarbeiter im Lager davon, dann die Führungskräfte, dann die "Veteranen", und für die Neueinwanderer bleibt nichts mehr übrig. Jamus und ich haben unsere Mäntel schon bei der Abfahrt an die Leute nach oben gegeben. Wir frieren und knirschen mit den Zähnen.

"Versuch es mal", sagt Jank. Nechemja dreht den Schlüssel um und plötzlich ist alles hell erleuchtet. Jank ist eine einzige Feuersäule. Seine Kleider sind vom Benzin nass geworden und brennen. Hilflose Aufregung. Die Marokkaner springen runter. Ich suche eine Decke und finde keine. Nur Jank bleibt kaltblütig. Er wälzt sich im Sand und erstickt das Feuer.

Man muss ihn sofort ins Krankenhaus bringen. Sein Gesicht

und seine Hände sind schwarz, seine Kleider zerrissen und ver-

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