stellt. Aber diese Abteilung beschäftigt nur 30 der 900 Beamten des Außenministeriums, während insgesamt, Polizei und Lehrer nicht mitgezählt, über 50000 Menschen im Dienst der Regierung stehen. Doch auch die Zahl Dreißig ist noch eine irreführende Angabe. Wenn wir davon das Personal abziehen, das mit nichtarabischen Ländern der Region oder mit reinen Büroarbeiten befasst ist, dann bleiben noch drei oder vier Beamte, die das bearbeiten, was offenkundig Israels Hauptproblem ist.

1967/68 überstieg der Staatshaushalt Israels fünf Milliarden israelisehe Pfund.Von dieser Summe wurden weniger als 0,05 Prozent bzw. weniger als drei Prozent der Ausgaben des Außenministeriums für Angelegenheiten der Region aufgewendet. In dieser Summe sind wiederum die Ausgaben für Israels umfangreiche Tätigkeit in Persien und die Kanzleikosten enthalten.

Eine derartige Vernachlässigung der israelisch-arabischen Angelegenheiten wäre nach allem, was geschehen ist, unmöglich, wenn nicht die Zionisten am Bilde eines am westlichen Judentum und ganz allgemein am Westen orientierten Israel festhielten. Von allen Hinterlassenschäften des Zionismus ist dies die vielleicht gefährlichste für den Staat Israel.

Die neue hebräische Generation hat notwendigerweise eine andere Vorstellung von ihrem Platz in der Welt. Sie ist in Palästina aufgewachsen. Sie weiß, daß sie zu einer neuen in Palästina geborenen Nation gehört. Sie sieht den Nahen Osten nicht von außen, sondern von innen. Sie hat auch im hebräischen Sprachgebrauch den Terminus Vorderer Orient abgeschafft: Vorderer Orient ist ein von Europäern geprägter Begriff, die davon ausgehen, dass der Mittelpunkt der Welt irgendwo im Westen liegt, aber für einen Israeli ist es lächerlich, vom Nahen Osten zu sprechen, wenn er Länder wie zum Beispiel Algerien oder Ägypten meint, die westlich von Israel liegen. Als wir daher den Begriff hebräische Nation statt jüdische Nation verwandten, ersetzten wir auch den Terminus Naher Osten durch Semitische Region oder einfach "Die Region" (Hamerkhav).

Die Zugehörigkeit zu "der Region" bedeutet die Auseinandersetzung mit dem zentralen Problem unserer Existenz - den Arabern -

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