mer werden, wozu sollte man sich dann um sie kümmern?

Pessimismus ist eine bequeme Haltung. Sie gestattet einem sogar, die Optimisten dafür zu verachten, dass sie immer noch darum kämpfen, dass die Welt besser werde. Optimismus sei etwas für Einfallspinsel.

Aber eben darum geht es. Nur Optimisten können kämpfen. Wenn man nicht an die Möglichkeit einer besseren Welt, eines besseren Landes, einer besseren Gesellschaft glaubt, kann man nicht dafür kämpfen. Dann kann man nur noch in seinem Sessel vorm Fernseher sitzen und sich über die Dummheit der menschlichen Rasse und besonders seines eigenen Volkes lustig machen und sich überlegen fühlen.

Immer wenn ich bekenne, ich sei Optimist, werde ich mit Verachtung überschüttet. Ob ich denn nicht sähe, was um mich herum geschehe? Ob das der Staat sei, den ich mir am 14. Mai 1948 vorgestellt hätte, als ich Ben-Gurions Rede im Radio gehört und mich auf die Schlacht in der Nacht vorbereitet hätte?

Nein, damals habe ich mir keinen Staat wie diesen vorgestellt. Meine Kameraden und ich stellten sich einen vollkommen anderen Staat vor. Und ich bin trotzdem Optimist!

WENN ICH DARÜBER SPRECHE, erinnere ich mich immer

an einen bestimmten Punkt in meinem Leben.

Es war im Oktober 1942 und die Welt wurde erschüttert.

In Russland hatten die Soldaten Nazideutschlands Stalingrad erreicht und eine gigantische Schlacht stand bevor. Kein Zweifei, die Deutschen würden die Stadt einnehmen und weiter Vordringen.

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