DIESE WOCEIE beklagten einige israelische Kommentatoren das vollkommene Schweigen von Medien und Politikern damals.

Es war allerdings nicht ganz und gar vollkommen gewesen. Einige Monate vor dem Krieg warnte ich Golda Meir in der Knesset, dass, wenn Israel den Sinai nicht bald zurückgebe, Sadat einen Krieg anfangen werde, um aus der Sackgasse herauszukommen.

Ich wusste, wovon ich redete. Natürlich hatte ich keine Ahnung von der Ismail-Mission, aber im Mai 1973 hatte ich an einer Friedenskonferenz in Bologna teilgenommen. Die ägyptische Delegation wurde von Khalid Muhyi al-Din geleitet. Er war Mitglied der ursprünglichen Gruppe Freier Offiziere, die 1952 Revolution gemacht hatten. Während der Konferenz nahm er mich beiseite und sagte mir im Vertrauen, dass Sadat, wenn Israel den Sinai nicht bis September zurückgebe, einen Krieg anfangen werde. Sadat mache sich keine Illusionen über einen Sieg, sagte er, aber er hoffe, dass ein Krieg die USA und Israel zwingen werde, Verhandlungen über die Rückgabe des Sinai in Gang zu bringen.

Meine Warnung wurde von den Medien vollkommen ignoriert. Sie verachteten ebenso wie Golda die ägyptische Armee vollkommen und hielten Sadat für einen Trottel. Der Gedanke, dass die Ägypter es wagen würden, die unbesiegbare israelisehe Armee anzugreifen, schien lächerlich.

Die Medien beteten Golda an. Ebenso die ganze Welt, besonders die Feminist/innen. (Ein berühmtes Plakat zeigte ihr Gesicht mit der Unterschrift: ״Aber kann sie Schreibmaschine schreiben?") ln Wirklichkeit war Golda eine sehr primitive Person, unwissend und starrköpfig. Meine Zeitschrift Haolam Hazeh griff sie so gut wie jede Woche an und ich tat dasselbe

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