sind, und unsere Aufgabe ist es, sie in der Richtung des Friedens zu beeinflussen."*

Was ich sagen wollte, was ich meinen palästinensischen Gesprächspartnern seit Jahren zu sagen versuchte, war, daß die israelische öffentliche Meinung verändert werden konnte, daß es für uns aber absolut notwendig war, die klare, unzweideutige Aussage der höchsten palästinensischen Autorität zu bekommen, daß der Rückzug Israels in die Grenzen vor 1967 Frieden bedeuten würde, endgültigen und uneingeschränkten Frieden. Aber genau das fiel der anderen Seite außerordentlich schwer - aus Gründen, die ich in diesem Buch darzulegen hoffe. Stattdessen kam sie mit Erklärungen, die im Entschlüsseln chiffrierter politischer Texte geübte Experten verstanden, die aber bei einer Massenkundgebung in Tel Aviv völlig nutzlos waren.

Zum Beispiel sagte ich: "Die große Mehrheit der Israelis, die im Grunde friedliebende Menschen sind, glaube ich, ist durch Ihre offizielle Propaganda überzeugt worden, daß die PLO nicht wirklich Frieden will."

Arafat: "Die PLO?"

"Wie kann man sie davon überzeugen ... "

Arafat: "Die PLO? Sie wissen, daß es nicht so ist! Wir haben unser Einverständnis mit dem amerikanisch-sowjetischen Kommuniqué vom Oktober 1977 erklärt. Wir haben unser Einverständnis erklärt! (In diesem Kommuniqué war vom .legitimen Recht des palästinensischen Volkes4 und von .Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit der Grenzen zwischen Israel und den benachbarten arabischen Staaten1 die Rede.) Sehen Sie, als wir okay gesagt haben zu dieser Initiative, hieß das, daß wir sie in allen Teilen akzeptieren. Wir haben gesagt, daß sie eine gute Basis für eine friedliche Regelung ist, für eine gerechte Regelung, für eine friedliche Lösung im Nahen Osten. Und Sie erinnern sich, daß ich selbst erklärt habe, die Fahd-Vorschläge seien eine sehr gute Basis für eine Lösung im Nahen Osten. (Die Vorschläge des Königs Fahd von Saudi-Arabien wurden später Grundlage des Friedensplans, der auf dem Gipfeltreffen arabischer Staatschefs in Fez, Marokko, verabschiedet wurde.) Wir haben also manches Signal gegeben, daß wir Frieden suchen. Aber ich bedauere, sagen zu müssen, daß diese israelische Militärjunta arrogant handelt."

Das waren klare Aussagen - für Diplomaten, aber nicht für normale Menschen. Gegen Ende des Gesprächs kam ich darauf zurück: "Herr Arafat, wenn heute die israelische Regierung käme und sagte: ,Gut, wir hatten Krieg, ihr wart sehr tapfer, eure Leute haben sehr tapfer gekämpft..."

Arafat: "Ganz bestimmt tapfer gekämpft, das wissen wir."

* Alle Zitate sind dem Tonbandmitschnitt des unveröffentlichten Gesprächswortlauts entnommen.

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